Übersetzung ist traduction ist translation

Der internationale Übersetzertag am 30. September heißt in Deutschland auch Hieronymustag, nach einem Kirchenvater der Spätantike. Er feiert etwas grundlegend Menschliches: verstanden werden zu wollen und Verstehen über Sprachgrenzen hinweg möglich zu machen. Hieronymus hat im 4. Jahrhundert das Alte und Neue Testament aus dem Hebräischen und Griechischen ins gesprochene Latein übersetzt. Das war bahnbrechend. Gut 1000 Jahre später folgte die Übersetzung durch Luther ins Deutsche. Jetzt wissen wir also: „Der HERR ist mein Hirte, es wird mir nichts mangeln.“

Auch wenn die Texte, die wir heute übersetzen, ganz anders sind als Psalmen – unsere Übersetzer widmen ihnen immer ihre volle Aufmerksamkeit als Mittler zwischen Kulturen. Klar, eine Message transportiert Infos. Aber sie wirkt vor allem über Tonalität und Plausibilität und die kleinen, feinen Signale, die nur versteht, wer zur jeweiligen Sprachgemeinschaft gehört. Dafür sagen wir: Hieronymus, hurra!

Und noch einmal mit Luther: „Er erquicket meine Seele.“ Und zeitgemäßer: „Er schenkt mir neue Kraft.“ Oder mit der King-James-Bibel: „He restoreth my soul.“ All das kann Sprache – und das können wir mit ihr!