Die Geschäftsführer beim Sprachdienstleister »WIENERS+WIENERS« legen Wert auf ein gutes Arbeitsklima.

AHRENSBURG Wie kommt man aus dem Finanzsektor in der Schifffahrtsbranche und dem Investmentbanking in die Welt der Sprache? Hermann Wendelstadt hat die Firma »WIENERS+WIENERS« gekauft und kurze Zeit später Kai-Dominik Weyel als Geschäftsführer dazugeholt. Dass beide in derselben Straße in Wuppertal aufgewachsen sind, hat damit nichts zu tun. Sie lernten sich erst in Hamburg kennen, wo beide seit vielen Jahren leben.

Ralf und Gabriele Wieners hatten sich vor 25 Jahren, im Juni 1990, mit dem Übersetzen und Korrigieren von Texten selbstständig gemacht. 2003 erfolgte der Umzug nach Ahrensburg, 2011 der Verkauf an Hermann Wendelstadt. »Wir haben den Namen natürlich behalten, weil ›Wieners+Wieners‹ eine Marke ist, eine der wenigen bei den Sprachdienstleistern«, sagt der 50-Jährige.

Auch wenn Texte, verstärkt noch durch das Internet, allgegenwärtig sind, ist die Branche bislang sehr kleinteilig strukturiert. »Es gibt etwa 20.000 kleine Unternehmen, wir gehören zu den ganz wenigen Großen«, so Weyel und Wendelstadt.

60 Leute arbeiten zurzeit in dem Gebäude An der Strusbek, die meisten davon Frauen, 17 auf eigenen Wunsch in Teilzeit. »Wir haben die Belegschaft seit 2011 fast verdoppelt«, sagt Weyel, der vor allem auf das gute Betriebsklima stolz ist. »Alles, was wir sind, sind wir durch die Mitarbeiter«, sagen die beiden Geschäftsführer, »bei uns wird viel gelacht, aber auch hart gearbeitet.«

Neben dem klassischen Werbesektor schuf man sich in den vergangenen Jahren ein zweites Standbein, indem man verstärkt auf Firmen zuging, die Übersetzungen und Korrekturen für Reden, Geschäftsberichte, Präsentationen, Kataloge, Broschüren oder Websites brauchen. »Es ist eine Nische, aber im Grunde ist jedes Unternehmen, das exportiert, ein potenzieller Kunde für uns«, sagt Wendelstadt. Heute machten die Firmen bereits die Hälfte des Umsatzes aus.

»Übersetzen, Adaptieren, Korrigieren« sind die Leistungsmerkmale, die direkt unter dem Firmennamen »WIENERS+WIENERS« stehen. Rund 100 Aufträge kommen täglich rein, und natürlich muss manches sofort erledigt werden. Weltweit arbeiten die Ahrensburger dafür mit rund 1.000 Übersetzern zusammen, Muttersprachlern für möglichst jeden Dialekt in China oder Indien. Im Haus selbst sind 18 Übersetzer und Lektoren tätig.

»Unser Schwerpunkt und unser Qualitätsmerkmal sind kreative Einzeltexte. Dabei kommt es auf die Intention des Redners oder Urhebers an«, sagt Wendelstadt. »Und wir sehen uns dabei auch als Hüter der deutschen Sprache«, ergänzt Weyel.

Autor: Rolf Blase

Erschienen im Stormarner Tageblatt, 1. Juli 2015